Probieren sie doch einfach einmal ein paar „gute Sherrys“, eine günstige Art einzigartige Weine zu probieren.

Sie lieben Spanien, sie lieben Andalusien und sie genießen dort den einheimischen Sherry. Nach der Landung in Jerez sind sie schon mitten im Sherrygebiet. Wussten Sie eigentlich, dass das Wort Sherry eine Verballhornung der Stadt Jerez durch die Engländer darstellt.

Das Sherrygebiet liegt geografisch im Dreieck der Orte Jerez, Sanlucar de Barrameda und der Küstenstadt Cadiz. Wenn Sie vom Flughafen beispielsweise in Richtung Novo Sancti Petri fahren, kommen sie durch Sanlucar de Barrameda.

Der Regenniederschlag ist in dieser Region sehr gering und so sind die Reben auf das Wasser des Bodens angewiesen. Links und rechts der Strasse sieht man die Haciendas (span. Landgut) des Madrider Geldadels oder der ehemaligen Feudalherren, die seit Jahrhunderten dort einen Landsitz unterhalten.

Im Sherrygebiet finden man 3 Hauptrebsorten: In der Hauptsache die Sorte Palomino, Pedro Ximénez und den Moscatel.

Die interessanteste Rebsorte ist der Pedro Ximénez, diese ist wohl nach dem flämischen Söldner Pieter Sijmenszoon benannt wurde. Er soll aus seiner flämischen Heimat sogenannte Rheinweinreben mitgebracht haben. Da der Riesling damals noch nicht so populär war, wurde von ihm die Rebsorte Elbling nach Spanien mitgenommen.

Sherry und Portwein war damals wie heute eine Domäne der Engländer, die diese „Weine“ gern in Fässern importierten. Der Haupthandelshafen war Cadiz, der Ausgangspunkt für die Entdeckungen vieler amerikanischer Kolonien war. Im Hafen finden sie einen Nachbau der Santa Maria, mit der Christopher Columbus Amerika entdeckte. Wenn sie dort sind, nehmen sie einfach den offenen roten Doppeldeckerbus und entdecken sie diese aufregende Stadt per Bus. Die alte Festung bringt ist der Eingang in die sogenannte Cita Alta, die sie mit ihrem ganz eigenen Charme. sofort in ihren Bann ziehen wird. Man fühlt sich in den kleinen Gassen in ein anderes Jahrhundert versetzt. Wenn sie dann eine Tapas Bar an einem der vielen kleinen Plätzen gefunden haben, dann werden sie mit einen kühlen Sherry belohnt.

Ich erinnere mich sehr gerne an einen wunderschönen Sommertag, in einer bezaubernden Begleitung mit Tapas und einen guten Glas gekühlten Sherry. Können sie dann noch eine spanische Hochzeitsgesellschaft, vor einer der unzähligen Kirchen, in den traditionellen spanischen Kleidern beobachten, dann wird so eine Stadt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wenn sie ein paar Schritte weiter gehen, sind sie am Atlantik und können von einem der westlichen Punkte Europas in Richtung Amerika schauen. Wenn man manchmal die Zeit anhalten könnte.

Kommen wir zum Sherry zurück …

Was ist an Sherry eigentlich so besonders? Nach der Lese der Weinreben im September folgt eine normale alkoholische Gärung, dabei entsteht ein einfacher 12 – 13% trüber Jungwein, der Mosto. Dieser wird in 600 Liter Fässer, den Botas eingefüllt. Die malolaktische (Malo) Gärung findet in diesen nur zu 5/6 gefüllten Fässer statt.

Im nächsten Frühjahr wird das Resultat vom Kellermeister, der hier Capataz heißt beurteilt. Traditionell werden die Fässer einzeln bewertet und mit Kreidestrichen auf dem Fass gekennzeichnet. 1 Strich heisst Fino diese Fässer werden auf 15% aufgespritet. 2 Striche bekommen die Olorosos, dieser nicht so einwandfreie „Wein“ wird auf 18% aufgespritet. Das bewirkt dass die Florhefe abstirbt und der Wein dunkler und etwas oxidativ wird. 3 Striche heisst, dass die Grundlage des berühmten spanischen Brandys werden wird. Zu guterletzt wird aus ca. 1% zu Sherryessig.

Die Fässer, die für den Fino geeignet sind, werden in ein anderes Botas umgefüllt. Diese Fässer werden wieder nur zu 5/6 befüllt und mit Alkohol verstärkt. Nach Wochen bildet sich eine neue Florhefe, die den Jungsherry vor der Oxidation schützt. Zu dieser Zeit entstehen durch die teilweise Umwandelung des Alkohols die typische Esther und Aldehyde Verbindungen. Im Frühjahr entsteht der Flor und sinkt dann im Sommer ab und kommt, im Herbst wieder zum Vorschein. Sanlucar de Barrameda bildet einen besonderen Flor aus, die Manzanillas Sherrys aus diesem Mikroklima gelten deshalb als besonders gute Finos. Die Fässer mit weniger guten Flor werden zu Amontilladas. Bildet ein Fass keinen Hefeflor aus werden nachträglich zu Olorosos aufgespritet.

Wenn jedes Fass verschieden schmeckt, dann wird es schwer einen Sherry zu erzeugen der eine gleichbleibende Qualität hat. In Jerez wird aus diesem Grund das Solera System angewandt. Es werden 3 bis 4 Fässer übereinander gestapelt. Entnimmt man aus dem unteren Fass Sherry dann wird von der Ebene darüber nachgefüllt und so weiter. Solera heisst in diesem Zusammenhang, wie alt der älteste Hefeflor in einem Fass ist. Diese Soleras haben eine besondere Güte und Preis.

  • Manzanilla und Finos weiß und trocken (dry)
  • Pale Cream sind weiße leicht gesüßte Finos
  • Amontillados sind halbtrocken (medium) bzw. lieblich
  • Orolosos sind süße Sherry man nennt sie auch Cream

Ich hoffe Ihnen ein wenig Appetit auf diese besondere Weinart gemacht zu haben. Wir werden 2016 eine breite Auswahl für Sie im Sortiment der Cru.de haben.

Schauen Sie doch einfach mal bei uns vorbei.

Ihr Cru Weinfreund

Michael Landrock