Der Weinerzähler

Ist es nicht die Geschichte hinter der Geschichte, die eine Begebenheit oder gar einen Wein so einzigartig werden lässt?

Ich liebe geschichtliche Ereignisse und ich befasse mich gerne mit der Geologie rund um Weinbaugebiete; und mit den Menschen, die vor Hunderten von Jahren genau an diesem Ort einen Weinberg angepflanzt haben. So gibt es so viel mehr als nur den reinen Wein zu beschreiben! Bei der reinen Weinbeschreibung gebe ich z.B. bei einer Weindegustation ein paar optische Informationen, wenn Sie den Wein im Glas sehen, gefolgt von Geschmacksaromen, die Sie in der Nase und am Gaumen erwarten. Am Ende wird der Wein noch im Hinblick auf seine Mineralität bewertet. Das war die Weinbeschreibung.

Als Weinerzähler geht es um Geschichten um den Wein herum! Diese Geschichte zu erzählen, die aus genau diesem einen Wein jetzt eine eigene Persönlichkeit werden lassen. Wussten Sie z.B., dass viele Weingüter ihren Anfang durch Napoleon oder andere Herrscher hatten, die durch die sogenannte Säkularisation ab 1803 die Besitztümer der Kirchen und vor allem die weinanbauenden Klöster enteigneten? Und alles, was dem Einen weggenommen wird, muss ja schliesslich auch ein Anderer wieder erhalten. Zum Beispiel für Dienste, die er schon vollbracht hat oder vollbringen soll. So waren in Deutschland u.a. der König von Preußen, der Markgraf von Baden und der Landgraf von Hessen-Darmstadt die Gewinner der Säkularisation. Allein in Baden vervierfachte sich die Fläche des Landes, und die Zahl der Einwohner verfünffachte sich durch den wunderbaren Landzugewinn.

Durch die Enteignung kirchlicher Güter verloren die Kirchen und die Klöster einen sehr großen Teil Ihrer Weinberge. So ist es kein Zufall, dass oft die besten Weinbergslagen auf kirchliche Gründungen zurückgehen, was man oft am Namen der Lage erkennen kann. Wenn Sie also einen Klostergarten, Mönchgewann oder einen Jesuitengarten vor sich haben, fragen Sie sich einmal, wer da wohl erstmals die Weinreben in den Boden gesetzt hat und warum genau hier.

Auch spielen Schenkungen von Kaisern und Königen immer wieder eine legendäre Rolle. Wenn es um Weine geht, wie z.B. um die Lage Corton-Charlemagne, die nachweislich bis auf das Jahr 775 zurück geht, das Jahr in dem Karl der Große (auf französich:“Charlemagne“) sie dem Kloster von Saulieu schenkte. Wenn Sie also Burgunder lieben und eine solche Flasche „Charlemagne“ Ihr Eigen nennen dürfen, dann wissen Sie um den Schatz, den Sie hüten! Diese und viele andere Anekdoten gibt es um den Wein zu erzählen.

Oder auch: Wussten Sie, dass ein Herr namens Pierre Pérignon, besser bekannt unter dem Namen Dom Pérignon (1638 – 1715) als Mönch des Benediktinerordens 1668 in seiner Funktion als Cellarer die Méthode Champenoise erfand? Wenn Sie jetzt noch wissen möchten, warum der Sekt oder Champagner auch heute noch in 0,7 Liter Flaschen abgefüllt wird, dann geht dies auch auf diesen kleinen Mönch zurück: Er stellte fest, dass die durchschnittliche Trinkmenge eines männlichen Erwachsenen beim Abendessen genau 0,7 Liter sei. Praktisch veranlagt wie er war, wurde der Champagner dann in genau dieser Größe angeboten.

Der „Weinerzähler“ bringt Ihnen Ihr Lieblingsthema Wein näher! Erfahren Sie Geschichten und Hintergründe rund um Ihren Lieblingswein.
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Ihr Weinerzaehler Michael Landrock